Eine der strukturellen Komponenten, wie beispielsweise das Fahrzeugscheinwerfergehäuse, muss Umwelt- und mechanischen Belastungen standhalten – etwa dem Sandstrahlen durch Straßenschmutz oder der chemischen Einwirkung von Kraftstoffen, Reinigungsmitteln und Streusalz. Die bedeutendste Anforderung ist jedoch eine lange Lebensdauer, um sicherzustellen, dass die internen Optiken geschützt, ansprechend und dicht bleiben. Um diesen Anforderungen zu genügen, sind verbesserte Oberflächenbehandlungen erforderlich, die im Vergleich zum zugrundeliegenden Polymer eine deutliche Steigerung der Kratzfestigkeit und chemischen Beständigkeit bieten.
Innovationen: Hartbeschichtungstechnologien – die wichtigste Schutzbarriere.
Die am besten geeignete Methode zur Verbesserung der Sicherheit bei Polycarbonat- oder anderen Polymergehäusen ist eine permanente Hartbeschichtung. Dabei handelt es sich um eine chemisch gebundene, mehrschichtige Schicht, die eine erhebliche Erhöhung der Oberflächenhärte bewirkt.
Plasmaunterstützte chemische Gasphasenabscheidung (PECVD): Dies ist ein äußerst hochentwickelter Prozess, bei dem die Gehäuseoberfläche in einer Vakuumkammer mit einer sehr harten, sehr dünnen und transparenten Silizium-basierten Schicht (z. B. SiO₂) beschichtet wird. Das Ergebnis ist eine hohe Kratzfestigkeit, die in der Regel über der von herkömmlichen Nassbeschichtungen liegt, sowie eine hohe UV-Stabilität und Hydrophobie.
UV-härtbare Hartbeschichtungen: Dies ist eine der gebräuchlichsten und effizientesten Methoden. Dabei werden flüssige Oligomere und Monomere mittels intensiver ultravioletter Strahlung aufgesprüht und kurzzeitig getrocknet. Es entsteht ein vernetztes Polymer-Oberflächennetzwerk. Zu den wesentlichen Vorteilen zählen:
Erhöhte Verschleißfestigkeit: Sie weist eine hohe Beständigkeit gegenüber Scheuern durch Autowaschanlagenbürsten und kleine Partikel auf, da sie üblicherweise Härtegraden von 4H–6H oder sogar höher entspricht.
Ausgezeichnete Haftung: Sie weist eine gute Bindung auf, die sich bei korrekter Vorbehandlung nicht leicht abblättern oder entlamellieren lässt.
Chemische Inertität: Die behandelte Oberfläche bietet einen hohen Schutz gegen in der Automobilbranche vorherrschende Lösungsmittel, Säuren und Laugen.
Ideale Vorbehandlung für Haft- und Funktionsleistung.
Eine Deckschicht kann niemals erfolgreich sein, ohne dass der Untergrund vorbereitet wurde.
Plasmabehandlung: Bei der Plasmabehandlung wird die Oberfläche einem ionisierten Gas (Plasma) ausgesetzt, woraufhin die Beschichtung erfolgt. Dieser Prozess stellt eine mikroskopische Reinigung der Oberfläche sowie eine Aktivierung durch polare funktionelle Gruppen dar. Dadurch erhöht sich die Oberflächenenergie um das Hundertmillionenfache, was eine ideale Benetzbarkeit und eine starke kovalente Bindung zur nachfolgenden Hartbeschichtung gewährleistet und zukünftige Versagen verhindert.
Grundierungsauftrag: Bei einigen Systemen wird auf dem sauberen Kunststoff eine speziell entwickelte Grundierung aufgetragen. Diese Zwischenschicht verbessert die Haftung des Polymers sowie der endgültigen trockenen Beschichtung des Gehäuses – insbesondere bei harten Polymerwerkstoffen.
Sonderoberflächen als zusätzliche Oberflächenveredelung.
Neben den offensichtlich aufgetragenen Hartbeschichtungen kann eine zusätzliche Behandlung vorgenommen werden, um einen spezifischen Nutzen zu erzielen.
Hydrophobe und oleophobe Deckschichten: Deckschicht: Eine dünne Deckschicht aus Veneer kann auf die Hartbeschichtung aufgebracht werden, die nur einen Nanometer dick ist. Dadurch entsteht eine Oberfläche mit geringer Oberflächenspannung, sodass Wasser, Schlamm und Öle sich ansammeln und abfließen können. Diese Selbstreinigungswirkung erhält nicht nur das Erscheinungsbild, sondern verringert zudem die schädigende Wirkung von Schmutzpartikeln, die sich am Gehäuse festsetzen.
Strukturierte oder mattierte Oberflächen: Spezielle strukturierte Oberflächen werden bei mattem Gehäuse eingesetzt. Sie beinhalten fein verteilte, abriebfeste Partikel in der Beschichtungsstruktur. Die Struktur verleiht die erforderliche Abriebfestigkeit und chemische Beständigkeit; kleinere Kratzer können zudem durch die Beschichtung selbst überdeckt werden.
Material-Compounding und In-Mold-Lösungen.
Die Verbesserung erfolgt auf Material-Ebene.
Kratzschutzadditive: Auf der Kunststoffebene können dem Polymerharz bestimmte Zusatzstoffe beigemischt werden (z. B. silikonbasierte Additive oder nanopartikuläre Additive). Diese wandern während des Spritzgussprozesses an die Oberfläche und bieten so einen grundlegenden Kratzschutz.
In-Mold-Beschichtung (IMC): Die neueste Technologie ist die In-Mold-Beschichtung (IMC), bei der die Beschichtungssubstanz in die Form injiziert wird, nachdem das Hauptteil bereits hergestellt, aber noch nicht aus der Form ausgepresst wurde. Die Beschichtung verbleibt auf der Oberfläche der Form, um eine ideale, gleichmäßige Oberfläche mit hoher Haftfestigkeit und hochwertigem Finish zu erzielen – wodurch eine nachträgliche Beschichtung entfällt.
Qualitätsprüfung: Beständigkeitstests.
Die Wirksamkeit dieser Behandlungen wird mittels standardisierter Prüfverfahren nachgewiesen.
Kratzfestigkeit: Der Taber-Abriebtest (ASTM D1044) bewertet den Anstieg der Trübung nach einer festgelegten Anzahl von Abriebzyklen. Der Bleistift-Härte-Test (ASTM D3363) misst die Härte der Beschichtung.
Chemikalienbeständigkeit: Chemikalienbeständigkeitstests werden durchgeführt, indem einige Chemikalien (z. B. Benzin, Frostschutzmittel, Reinigungsmittel) für eine bestimmte Zeit auf die Oberfläche aufgetragen werden, um zu prüfen, ob die Oberfläche weich wird, aufquillt, ihren Glanz verliert oder sich auflöst.
Die Verbesserung der Kratz- und Chemikalienbeständigkeit eines Scheinwerfergehäuses in einem Fahrzeug wird nicht in einem einzigen Schritt erreicht, sondern durch ein mehrschichtiges, sorgfältig durchdachtes Abwehrsystem. Dies beginnt mit einer gründlichen Substratvorbereitung, beruht auf einer Grundlage der neuesten Hartbeschichtungstechnologie und kann gegebenenfalls durch spezielle funktionale Oberflächenfinishs ergänzt werden. Hersteller und Zulieferer müssen in diese Verfahren der Oberflächenbehandlung investieren und sie erlernen, damit das herzustellende Bauteil den harten Anforderungen des automobilen Lebenszyklus standhält, ohne seine strukturelle und ästhetische Integrität einzubüßen – ein Aspekt, der bei der Produktion von OEM-Komponenten sowie anderer hochwertiger Aftermarket-Komponenten nicht vernachlässigt werden darf.
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